Damit die niederländische Industrie auch zukünftig wirtschaftliches Wachstum erreicht, Arbeitsplätze schafft und den Mittelstand stärkt, soll die Digitalisierung in den niederländischen Betrieben beschleunigt werden. Dies geht aus der neuen Agenda 2018-2021 der Vereinigung Smart Industry hervor. In dem Bericht geht es in erster Linie um die Herausforderungen, denen die Unternehmen durch die stetig voranschreitende Digitalisierung gegenüberstehen. Erklärtes Ziel ist, dass die Niederlande 2021 das flexibelste und beste digitale Produktionsnetzwerk in Europa haben. Deutschland nimmt bei diesen Plänen eine zentrale Rolle ein.

Besonders wichtig sind in diesem Kontext die sogenannten Fieldlabs, von denen es in den Niederlanden mittlerweile über 30 gibt. Hierbei handelt es sich um Praxisumgebungen, in denen Betriebe und Fachorganisationen zielgerichtet Smart Industry-Lösungen entwickeln, testen und einführen. Die Beteiligten lernen hier, die entwickelten Lösungen anzuwenden. Zugleich bietet die Umgebung in den Field Labs beste Möglichkeiten zur Verbindung von Forschung, Ausbildung und Politik in den jeweiligen Smart Industry-Fachbereichen. Das Field Lab „Smart Connected Supplier Network“ beschäftigt sich beispielsweise damit, den Informationsaustausch in den Lieferketten durch Standardisierung effizienter zu gestalten.

Außerdem wurde beschlossen, dass verschiedene Organisationen, darunter das niederländische Wirtschaftsministerium, die Provinz Brabant, TNO und Brainport Industries, ein so genanntes „Value Data Center“ in der Provinz Brabant gründen wollen.

Des Weiteren werden in naher Zukunft fünf so genannte regionale „Smart Industry Hubs“ gegründet. So sollen Unternehmer in ihrer Region lokale Ansprechpartner und Förderung erhalten, aber auch mit anderen Unternehmen in Kontakt kommen und Wissen austauschen.

In der Agenda wird darauf hingewiesen, dass die Internationalisierung ein wichtiger Baustein der Smart Industry ist, da diese Branche stark vom Export abhängig ist. So sind Kooperationen zwischen dem niederländischen Smart Industry-Programm, dem deutschen Industrie 4.0-Programm und der belgischen Factory of the Future-Initiative fester Bestandteil der Agenda, um grenzübergreifend gemeinsam an smarten Lösungen und Produkten zu arbeiten.

Die niederländische Smart Industry-Initiative besteht bereits seit 2014. Damals wurde Premierminister Mark Rutte auf der Hannover Messe der erste Maßnahmenkatalog der Initiative überreicht. Die niederländische Smart Industry-Agenda folgt dem Vorbild des deutschen Industrie 4.0-Programms, das ein Jahr zuvor ebenfalls auf der Hannover Messe vorgestellt worden war und den Beginn einer weltweiten Entwicklung in Richtung industrieller Digitalisierung markierte.